Ist Endometriose im Ultraschall sichtbar?

Die Endometriose, eine Erkrankung, bei der sich Endometriumgewebe dort ansiedelt, wo es nicht hingehört, ist auch als Schokoladenzyste bekannt. Das Endometrium lässt sich als jene Struktur beschreiben, die die Innenwand…

18.08.2023 3 Min.
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Die Endometriose, eine Erkrankung, bei der sich Endometriumgewebe dort ansiedelt, wo es nicht hingehört, ist auch als Schokoladenzyste bekannt. Das Endometrium lässt sich als jene Struktur beschreiben, die die Innenwand der Gebärmutter auskleidet, jeden Monat als Bett für die befruchtete Eizelle dient und, wenn keine Schwangerschaft eintritt, mit der Regelblutung abgestoßen wird. Normalerweise findet sich diese Struktur nur in der Gebärmutter; abhängig von verschiedenen Faktoren kann sie sich jedoch außerhalb der Gebärmutter ansiedeln und zur Endometriose führen, die unterschiedliche Gesundheitsprobleme verursachen kann.

Patientinnen mit Endometriose, die sich mit unterschiedlichen Beschwerden zeigt, sollten ihre regelmäßigen Kontrollen lebenslang nicht vernachlässigen; für jede Patientin sollte ein individueller Nachsorge- und Behandlungsplan festgelegt werden.

Wie wird Endometriose diagnostiziert?

Die Endometriose gilt als eine der schwer zu diagnostizierenden Erkrankungen. Für die Diagnose erhebt die Ärztin oder der Arzt zunächst eine ausführliche Krankengeschichte und hört sich die Beschwerden an. Anschließend folgen die gynäkologische Untersuchung und der Ultraschall. Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit von Gebärmutter und Eierstöcken bei der Untersuchung sind Befunde, die an eine Endometriose denken lassen.

Blutuntersuchungen gehören zu den Hilfsmitteln bei der Diagnose der Endometriose; am häufigsten werden CA-125 und HE-4 bestimmt. Diese Tests werden nicht routinemäßig angefordert. Da sie keine direkte Diagnose der Erkrankung erlauben, kann die Ärztin oder der Arzt sie nur ergänzend anfordern. Der CA-125-Wert ist typischerweise erhöht.

Sowohl die nationale Leitlinie (Endometriose- und Adenomyose-Gesellschaft) als auch die europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE) empfehlen die Bestimmung von CA-125 nicht, weil der Wert ohnehin erhöht sein wird, eine Erhöhung die Patientin zusätzlich belastet und die Behandlung dadurch nicht verändert wird. HE-4 kann dagegen helfen zu unterscheiden, ob eine zystische Raumforderung im Eierstock gut- oder bösartig ist. Bei den sogenannten Borderline-Läsionen kann HE-4 manchmal ebenfalls erhöht sein.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann bei Beteiligung des Beckengewebes nützlich sein; entscheidend ist jedoch, dass die Befundung durch eine erfahrene Radiologin oder einen erfahrenen Radiologen erfolgt. Während Schokoladenzysten im Eierstock im MRT leicht zu erkennen sind, können tiefe Endometrioseherde typischerweise übersehen werden.

Die sichere Diagnose der Endometriose erfolgt durch die Laparoskopie, mit der sich zugleich das Stadium beurteilen lässt. Heute wird jedoch häufig darauf verzichtet, Patientinnen mit Endometriose allein zur Diagnose zu operieren.

Wie sieht Endometriose im Ultraschall aus?

Im Ultraschall ähnelt die Endometriose vielen anderen Zysten und wird meist mit den kurz vor dem Platzen stehenden Eierstockzysten verwechselt, die man hämorrhagische Zysten nennt. Große Endometriosezysten können in manchen Fällen dem Bild eines Eierstockkrebses ähneln und sind besonders im Ultraschall gut zu erkennen. Auch große Schokoladenzysten lassen sich im Ultraschall klar darstellen.

Dank der Ultraschalluntersuchung lassen sich neben den Schokoladenzysten auch die ausgeprägten Verwachsungen zwischen Gebärmutter, Eierstock und Darm sowie endometriotische Knoten in Darm, Enddarm und Blase darstellen. Anders als die Zysten im Eierstock zeigen sich tiefe Endometrioseknoten als harte, gedrungene Läsionen, die bei Bewegung stark schmerzen. Dasselbe Bild findet sich auch bei der Endometriose in der Kaiserschnittnarbe, die nach einem Kaiserschnitt in der vorderen Bauchwand entsteht.

Spielt das Ultraschallgerät bei der Diagnose der Endometriose eine Rolle?

Während der vaginale Ultraschall bei der Diagnose der Endometriose an Eierstöcken, Gebärmutter und Umgebung wirksamer ist, wird für die Diagnose der Endometriose in den Organen des Oberbauchs (etwa die Endometriose in der Kaiserschnittnarbe der vorderen Bauchwand) der Ultraschall über die Bauchdecke bevorzugt.

Mit dem vaginalen Ultraschall lassen sich Gebärmutter, Eierstöcke und die benachbarten Organe klar darstellen. Sowohl die Schokoladenzysten im Eierstock als auch tiefe Endometrioseherde in Nachbarorganen wie Darm (Enddarm) und Blase lassen sich damit eindeutig nachweisen.

Ein Gerät, das ein gutes Bild liefert, eine gute Auflösung hat und mit Zusatzprogrammen Volumen- und Flussmessungen erlaubt, erleichtert die Beurteilung. Die technische Qualität des Geräts steht jedoch erst an zweiter Stelle. Am wichtigsten ist, dass die Person, die die Ultraschalluntersuchung durchführt, darin ausgebildet und erfahren ist; sonst kann die Diagnose auch mit den besten Ultraschallgeräten übersehen werden.

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