Warum werden die Symptome der tief infiltrierenden Endometriose so oft übersehen?

Die tief infiltrierende Endometriose (DIE) ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des weiblichen Fortpflanzungssystems. Sie entsteht, wenn sich Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter ansiedeln – besonders in tiefen…

29.04.2025 2 Min.
Warum werden die Symptome der tief infiltrierenden Endometriose so oft übersehen?
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Die tief infiltrierende Endometriose (DIE) ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung des weiblichen Fortpflanzungssystems. Sie entsteht, wenn sich Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter ansiedeln – besonders in tiefen Beckenstrukturen wie Blase, Enddarm, hinterer Scheidenwand und Darm. Trotz dieses ernsten Bildes wird die Erkrankung meist spät erkannt. Der Hauptgrund: Die Beschwerden sind unspezifisch und werden häufig mit anderen Erkrankungen verwechselt.

Warum werden die Beschwerden spät bemerkt?

1. Schmerzen werden als normal hingenommen

Weil starke Regelschmerzen in der Gesellschaft häufig sind, gelten sie meist als normal. Schmerzen jedoch, die den Alltag regelmäßig einschränken, können auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen.

2. Vielfältige und vermischte Beschwerden

Die DIE kann sich mit sehr unterschiedlichen Beschwerden zeigen: starke Beckenschmerzen während der Regel, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Verstopfung, Blähbauch und Unfruchtbarkeit. Diese Beschwerden können mit dem Reizdarmsyndrom, Harnwegsinfekten oder Erkrankungen des Bewegungsapparats verwechselt werden.

3. Langer und komplexer Diagnoseweg

Die tief infiltrierende Endometriose lässt sich nicht immer mit der routinemäßigen gynäkologischen Untersuchung und dem Standardultraschall nachweisen. Für die Diagnose sind meist spezielle bildgebende Verfahren (spezialisiertes Becken-MRT, rektale Ultraschalluntersuchung) und eine in diesem Bereich erfahrene Fachärztin oder ein erfahrener Facharzt nötig.

4. Fehlendes Bewusstsein

Ein unzureichendes Bewusstsein für die Endometriose – bei Patientinnen wie bei manchen Fachleuten – kann die Diagnose verzögern. Das führt zum Fortschreiten der Erkrankung und zu einer sinkenden Lebensqualität.

Wann sollten Sie an die Erkrankung denken?

In folgenden Situationen wird eine Abklärung auf tief infiltrierende Endometriose empfohlen:

  • Starke, anhaltende Beckenschmerzen während der Regel
  • Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schwierigkeiten und Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen, die mit der Regel zusammenfallen
  • Chronische Verstopfung, Blähungen, veränderte Stuhlgewohnheiten
  • Seit Langem bestehende Unfruchtbarkeit

Die tief infiltrierende Endometriose ist bei früher Diagnose gut beherrschbar. Eine verzögerte Diagnose führt jedoch sowohl zum Fortschreiten der Erkrankung als auch zu einer aufwendigeren Behandlung. Deshalb ist es bei verdächtigen Beschwerden sehr wichtig, sich an eine in der Endometriose erfahrene Fachärztin oder einen erfahrenen Facharzt zu wenden.

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