Befällt die Endometriose die Harnwege?

Wenn sich das Endometriumgewebe der Gebärmutterinnenwand an anatomischen Bereichen außerhalb der Gebärmutter wie den Eierstöcken oder den Eileitern festsetzt, spricht man von Endometriose, also von der Schokoladenzysten-Erkrankung. Dieses Endometrium genannte…

15.01.2022 3 Min.
Befällt die Endometriose die Harnwege?
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Wenn sich das Endometriumgewebe der Gebärmutterinnenwand an anatomischen Bereichen außerhalb der Gebärmutter wie den Eierstöcken oder den Eileitern festsetzt, spricht man von Endometriose, also von der Schokoladenzysten-Erkrankung. Dieses Endometrium genannte Gewebe kann seltener auch in den Harnwegen auftreten.

Bei etwa 1 % der Frauen mit Endometriose tritt die Erkrankung in den Harnwegen auf. Die Diagnose einer Endometriose der Harnwege zu stellen ist außerordentlich schwierig, denn viele Frauen mit Endometriose bemerken möglicherweise nicht, dass die Erkrankung die Harnwege betrifft.

Hat die Patientin zusätzliche Endometrioseherde, kann die Diagnose gestellt werden, während die Ursache der durch diese Herde bedingten starken Schmerzen abgeklärt wird. Liegt die Erkrankung nur im Harnsystem vor, kann die Diagnosestellung Zeit brauchen. Deshalb wird sie manchmal übersehen. Einer der Gründe für die späte Diagnose ist, dass die Endometriose der Harnwege keine spezifischen Anzeichen verursacht.

Führt eine späte Diagnose der Harnwegsendometriose zu einer ernsten Situation?

Auch ein Befall der Blase verursacht leider keine deutlichen Beschwerden. Bei Patientinnen mit Beschwerden zeigen sich Beckenschmerzen und selten Blut im Urin. Dieses Blut ist eher durch eine Urinuntersuchung nachweisbar als mit bloßem Auge sichtbar. Besonders ein Befall der Harnleiter kann zu stillem Nierenverlust führen.

Deshalb ist die frühe Diagnose eines Harnleiterbefalls sehr wichtig. Bei einem erheblichen Teil der Patientinnen mit Blasen- oder Harnleiterbefall werden zusätzlich Endometrioseherde an Eierstock, Darm und Gebärmutter festgestellt. Endometriose an Eierstock und Darm nachzuweisen ist deutlich einfacher. Findet sich bei diesen Patientinnen insbesondere im Darm ein Knoten von mehr als 3 cm, sollte an einen Harnleiterbefall gedacht werden.

Was sind die Anzeichen einer Endometriose der Harnwege?

Die Endometriose des Harnsystems zeigt nicht immer Anzeichen, kann aber bei manchen Frauen zu Unfruchtbarkeit, häufigerem Wasserlassen und Schmerzen im Rückenbereich führen. Zu bedenken ist jedoch, dass 50 % der Patientinnen überhaupt keine Symptome haben. Bei manchen Frauen kann während der Regel Blut im Urin beobachtet werden. Häufig wird sie mit einer Blasenentzündung (Harnwegs- oder Blaseninfektion) verwechselt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei 85 % der Frauen mit Endometriose der Harnwege finden sich diese Zysten in der Blase. 10 % liegen im Harnleiter, 4 % in den Nieren und 2 % in der Harnröhre. Einer der Gründe, warum die Abgrenzung so schwierig ist, besteht darin, dass die auftretenden Anzeichen denen anderer Harnwegserkrankungen stark ähneln.

Bei nahezu der Hälfte der Patientinnen mit Endometriose der Harnwege zeigen sich keine Anzeichen. Bei 25 % treten Schmerzen in den Flanken auf, bei 15 % zeigt sich vermehrt Blut im Urin. In der Regel verursacht die Erkrankung keinerlei Anzeichen, bis sie sehr stark ausgeprägt ist. Endometriose in den Harnwegen führt meist zu Blut im Urin, zu Harndrang, der nicht gehalten werden kann, oder zu häufigem Wasserlassen.

Eine Harnwegsinfektion hat ähnliche Anzeichen. Deshalb ist die Diagnose außerordentlich schwierig. Bei Verdacht wird eine Bildgebung mit transvaginalem Ultraschall durchgeführt. Statt Ultraschall kann in manchen Fällen auch ein MRT bevorzugt werden. Außerdem werden Urinuntersuchung, Biopsie und Histologie eingesetzt.

Behandlungsmethoden

Bei der Endometriose der Harnwege richten sich die Behandlungsmethoden nach den Anzeichen, nach einer Hydronephrose und nach einem Verschluss der Harnwege. Die medikamentöse Behandlung kann bei der Linderung der Schmerzen erfolgreich sein. Zu den medikamentösen Behandlungen zählen Progesteron-basierte Schemata, eine Östrogen-Progesteron-Therapie oder GnRH-Analoga.

Die medikamentöse Behandlung verkleinert die vorhandenen Herde, beseitigt sie aber nicht. Daher wird häufig operativ behandelt. Mit laparoskopischer oder robotischer Chirurgie wird bei diesen Patientinnen der Herd an der von Endometriose befallenen Blase oder am Harnleiter entfernt und das Gewebe nach dem Schnitt wieder rekonstruiert. Mit diesem Verfahren lassen sich die Herde beseitigen.

Der wichtigste Punkt bei der operativen Behandlung der Endometriose im Harnsystem ist, dass dem Operationsteam auch eine in diesen Fragen erfahrene Urologin oder ein erfahrener Urologe angehört. Unter Leitung der Endometriosechirurgin oder des Endometriosechirurgen und gemeinsam mit der Urologie können alle Endometrioseherde im gesamten Harnsystem vollständig entfernt und die Operation ohne Schädigung der Organe und mit minimalen Komplikationen abgeschlossen werden.

Dass beide Fachrichtungen die Erkrankung gemeinsam behandeln, bietet sowohl beim Umgang mit möglichen Komplikationen nach der Operation als auch bei der Nachsorge dieser Patientinnen einen sehr wichtigen Vorteil.

Endometriose (Schokoladenzyste) Für ausführlichere Informationen können Sie meine Website https://cikolatakisti.info/ besuchen.

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