‘’Adenomyose’’ (die Schokoladenzysten-Erkrankung der Gebärmutter)

Was ist die schwer und spät zu diagnostizierende Adenomyose?Die Adenomyose ist eine Erkrankung, die dadurch entsteht, dass sich die innere Schleimhaut der Gebärmutter in Richtung der tiefer liegenden Muskelwand ansiedelt.…

25.03.2021 3 Min.
‘’Adenomyose’’ (die Schokoladenzysten-Erkrankung der Gebärmutter)
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Was ist die schwer und spät zu diagnostizierende Adenomyose?

Die Adenomyose ist eine Erkrankung, die dadurch entsteht, dass sich die innere Schleimhaut der Gebärmutter in Richtung der tiefer liegenden Muskelwand ansiedelt. Dieses Problem kann besonders während der Regel starke Leistenschmerzen, ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide und Blähungen verursachen und zugleich die Lebensqualität beeinträchtigen. Der Beckenschmerz besteht zunächst nur während der Regel und kann später den ganzen Monat über anhalten. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können die Beschwerden begleiten. Die Adenomyose kann in der gesamten Gebärmutter auftreten, aber auch nur in einem Teil davon. Die Adenomyose gilt als gutartiger Zustand, ihre Folgen können die Lebensqualität von Frauen jedoch stark beeinträchtigen; deshalb muss sie bei Patientinnen mit Beschwerden behandelt werden.

Wie wird die Adenomyose behandelt?

Für die Diagnose der Adenomyose ist die Vorgeschichte der Patientin sehr wichtig. Die Patientin klagt darüber, dass sowohl die Dauer als auch die Menge ihrer schmerzhaften Regel und Blutung sehr stark sind. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auftreten. Die Beschwerden bestehen meist seit Langem. Sie treten nicht plötzlich auf. Die Beschwerden kommen allmählich, nehmen aber tendenziell immer weiter zu. Bei der frauenärztlichen Untersuchung ist wichtig, dass die Gebärmutter weich und schmerzhaft ist und der Schmerz beim Bewegen der Gebärmutter noch zunimmt. Auch die Unfähigkeit, trotz Kinderwunsch schwanger zu werden, gehört zu den häufig auftretenden Situationen. Mit dem Ultraschall ist die Diagnose leicht zu stellen. Allein für die Diagnose ist es wichtig, dass die Ärztin oder der Arzt auf diesem Gebiet erfahren ist. Bei Unsicherheiten in der Diagnose kann auch die Magnetresonanztomografie (MRT) herangezogen werden.

Die Behandlung der Adenomyose kann sich danach richten, welche Symptome vorliegen und wie schwer sie sind. Daneben ist ein entscheidender Faktor bei der Behandlung, ob die Betroffene Kinder haben möchte oder nicht.

Eine Adenomyose mit milden Symptomen kann mit einfachen Schmerzmitteln, Magnesium und Wärmflaschen oder Wärmekissen zur Linderung der auftretenden Krämpfe unter Kontrolle gehalten werden. Daneben gehören auch die Einnahme von Medikamenten, die Hormonbehandlung, wirkstofffreisetzende Spiralen, die Embolisation der Gebärmutterarterien, die Endometriumablation und bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung die Gebärmutterentfernung zu den Verfahren, die bei der Behandlung der Adenomyose eingesetzt werden.

Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten

Zur Linderung der durch die Adenomyose verursachten Schmerzen können nicht steroidale entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Mit der Einnahme dieser Medikamente wird in der Regel 1-2 Tage vor Beginn der Regel begonnen, und die Einnahme wird während der ersten Tage der Regel fortgesetzt.

Hormonbehandlung

Mit Levonorgestrel freisetzenden Spiralen, die in die Gebärmutter eingesetzt werden (Intrauterinpessar), lassen sich stark schmerzhafte Regelphasen und ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide unter Kontrolle bringen.

Embolisation der Gebärmutterarterien

Dieses Verfahren, das eigentlich bei der Behandlung von Myomen zu deren Verkleinerung eingesetzt wird, kann bei einer Adenomyose genutzt werden, um die blutversorgenden Gefäße zu verschließen. Die dafür verwendeten Partikel werden über einen in die Oberschenkelarterie eingeführten Schlauch gesteuert. Mit dem Unterbrechen des Blutflusses verkleinert sich die Adenomyose.

Endometriumablation

Dies ist ein minimalinvasiver Eingriff und bedeutet im Grunde die Zerstörung oder Entfernung der Innenfläche der Gebärmutter. Sie wird eingesetzt, um die Symptome zu lindern, wenn die Adenomyose nicht tief in die Muskelwand der Gebärmutter eingedrungen ist. Sie wird vor einer Gebärmutterentfernung bevorzugt, um die Fruchtbarkeit zu erhalten.

Gebärmutterentfernung

Alle oben genannten Behandlungen zielen darauf ab, die Symptome der Adenomyose zu lindern. Die einzige und endgültige Behandlung der Adenomyose ist die Entfernung der Gebärmutter. In Fällen mit sehr starken Symptomen ist dies das zu bevorzugende Verfahren. Da mit der vollständigen Entfernung der Gebärmutter jedoch die Möglichkeit einer Schwangerschaft entfällt, müssen Frauen mit diesem Problem ihre Familienplanung abgeschlossen haben oder entschieden haben, nicht erneut schwanger zu werden.

Führt die Adenomyose zu Unfruchtbarkeit?

Zum Zusammenhang der Adenomyose mit Unfruchtbarkeit gibt es keine sicheren Erkenntnisse. Die meisten Frauen mit diesem Problem haben zugleich auch eine Schokoladenzyste, also eine Endometriose. Deshalb ist es zwar schwierig, die Adenomyose unmittelbar mit Unfruchtbarkeit in Verbindung zu bringen, sie gilt jedoch als wichtiger Faktor für die Unfruchtbarkeit. Untersuchungen legen nahe, dass dieses Problem eine zur Unfruchtbarkeit beitragende Rolle spielen könnte.

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