Das Organ, in dem sich die befruchtete Eizelle (der Embryo) einnistet, wächst und sich bis zum Zeitpunkt der Geburt entwickelt, wird Gebärmutter genannt. Die Gebärmutter liegt im Becken, hinter der Harnblase und vor dem Dickdarm. Während die Größe der Gebärmutter bei Frauen, die nicht entbunden haben, zwischen 5 und 6 cm liegt, ist sie bei Frauen, die entbunden haben, größer (6-7 cm groß). Die Bänder, die die Organe des Genitalbereichs an ihrem Platz halten, können aus Gründen wie zunehmendem Alter sowie Zahl und Art der Geburten ihre Aufgabe verlieren. In diesem Fall rutscht die Gebärmutter nach unten oder tritt aus der Scheide heraus. Viele Schwangerschaften, Östrogenmangel, natürliche Geburten, die Geburt eines großen Kindes, das Heben schwerer Lasten, ständiges Husten, dauerhafte Verstopfung und starkes Pressen, Übergewicht sowie eine starke Überdehnung der Muskeln und des Bindegewebes rund um den Bauch wegen mancher Lungenerkrankungen verursachen ebenfalls eine Gebärmuttersenkung. Die Gebärmuttersenkung tritt häufiger bei Frauen nach den Wechseljahren auf, die eine oder mehrere natürliche (vaginale) Geburten hatten. Sie kann jedoch auch bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten. Ein erblich schwaches Bindegewebe zu haben ist ebenfalls einer der Risikofaktoren. Eine mittelgradige Gebärmuttersenkung umfasst Anzeichen wie Rückenschmerzen, das Heraustreten von etwas aus der Scheide in Form eines Gebildes, ein Schweregefühl im Bereich des Unterbauchs oder das Gefühl, nach unten gezogen zu werden, sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bei leichten und mittelgradigen Gebärmuttersenkungen können die Beckenbodenübungen nach Kegel, die die Beckenmuskeln straffen, die Beschwerden der Erkrankung lindern und der Patientin Erleichterung verschaffen. Die als Vorsorge durchgeführten Kegel-Übungen werden durchgeführt, indem die Beckenbodenmuskeln gestrafft werden, die Gebärmutter, Harnblase und Darm stützen. Die Beckenbodenmuskeln sind die Muskeln, die angespannt werden, um den Harn zurückzuhalten. Wenn der Beckenboden kräftiger wird, nehmen die Beschwerden im Zusammenhang mit der Gebärmuttersenkung ab und er bietet den Organen im Becken bessere Unterstützung. Bei den Kegel-Übungen werden die Beckenmuskeln 5 Sekunden lang angespannt und 5 Sekunden lang losgelassen. Diese Übungen sollten täglich in 3 Sätzen zu je 10 Wiederholungen durchgeführt werden. Eine fortgeschrittene Gebärmuttersenkung erfordert jedoch einen operativen Eingriff. Die Operation kann über den Bauch oder von unten (über die Scheide) erfolgen. Bei fortgeschrittenen Senkungen gelangt die Frau in einen Zustand, in dem sie ihre Gebärmutter mit der Hand ertasten kann. Oder in weiter fortgeschrittenen Fällen ist die Gebärmutter von außen betrachtet vollständig außerhalb der Scheide zu sehen. Die Gebärmuttersenkung betrifft auch den unmittelbar daneben liegenden Dickdarm (Enddarm – Rektozele) und die Harnblase (Blase – Zystozele). Im Stehen, beim Pressen sowie beim Husten und Niesen werden im unteren Bereich ein Völlegefühl und Schmerzen empfunden. Bei jenen, die zusammen mit der Gebärmutter eine Senkung des Enddarms (des Endes des Dickdarms) erleben, rückt der Enddarm der Scheide sehr nahe und verursacht Verstopfung. Wenn eine Senkung der Harnblase besteht, treten im Stehen, beim Geschlechtsverkehr und beim Lachen Urinverlust und Schwierigkeiten beim Wasserlassen auf. Die Senkung der Organe des Genitalbereichs beeinflusst auch das Sexualleben ungünstig. Wenn wegen Beschwerden wie Harninkontinenz und einem Völlegefühl im unteren Bereich eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht wird, lässt sie sich als Ergebnis einer frauenärztlichen Untersuchung leicht feststellen. Die Behandlung der Gebärmuttersenkung wird auf die Betroffene abgestimmt geplant. Das Alter der Patientin, ob sie Kinder bekommen möchte oder nicht, der Grad der Erkrankung und ihr allgemeiner Gesundheitszustand verändern die Art der Behandlung. Bei leichten und mittelgradigen Senkungen kann die Senkung mit Kegel-Übungen, wenn auch nur zum Teil, aufgehalten werden. Bei einer fortgeschrittenen Gebärmuttersenkung ist eine Operation unvermeidlich. Wenn die Gebärmuttersenkung fortgeschritten ist, werden im Bauchraum die Bänder erreicht, die die Gebärmutter an ihrem Platz halten, und diese Bänder werden nach oben gezogen und gefestigt. Damit ist auch die Entfernung der Gebärmutter nicht nötig. Das Risiko, dass die Senkung erneut auftritt, ändert sich je nach Art der durchgeführten Operation und danach, wie sehr die Patientin sich nach der Operation schont. Um dem Auftreten des Problems der Gebärmuttersenkung vorzubeugen, stehen gesunde Ernährung, keine starke Gewichtszunahme und das Vermeiden von Verstopfung an erster Stelle der zu ergreifenden Maßnahmen. Auch Übungen zur Kräftigung der Muskeln am Boden des Bauches werden nützlich sein.
Was ist eine Gebärmuttersenkung? Was sind ihre Ursachen?
Das Organ, in dem sich die befruchtete Eizelle (der Embryo) einnistet, wächst und sich bis zum Zeitpunkt der Geburt entwickelt, wird Gebärmutter genannt. Die Gebärmutter liegt im Becken, hinter der…
20.07.2018
3 Min.
