Sind Warzen der Fluch der Frauen?

Oder ist es nur eine gewöhnliche Viruserkrankung, gegen die wir Vorsorge treffen müssen?Wenn Sie HPV haben, ist dann alles vorbei? (Natürlich nicht!!!)Das auch als HPV bekannte "humane Papillomvirus" ist eine…

22.07.2019 4 Min.
Sind Warzen der Fluch der Frauen?
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Oder ist es nur eine gewöhnliche Viruserkrankung, gegen die wir Vorsorge treffen müssen?

Wenn Sie HPV haben, ist dann alles vorbei? (Natürlich nicht!!!)

Das auch als HPV bekannte “humane Papillomvirus” ist eine Virusart, die sexuell übertragen wird, sehr viele Typen hat und auch Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. HPV ist die Abkürzung der Wörter humanes Papillomvirus.

Das Virus kann gefährlich werden, weil es sich sehr leicht überträgt und weil es viele Jahre lang unbemerkt bleibt. Untersuchungen zufolge waren 99 % der HPV-Tests von Menschen mit Gebärmutterhalskrebs positiv.

Um Vorsorge gegen den Gebärmutterhalskrebs zu treffen, der zu den Krebsarten gehört, bei denen die frühe Erkennung Leben rettet, wird empfohlen, dass Frauen mit aktivem Sexualleben sich unbedingt testen lassen und Frauen, die noch kein aktives Sexualleben haben, die HPV-Impfung erhalten. Da es sehr ernste Probleme verursacht, dürfen Sie Schutz und Vorsorge gegen HPV keinesfalls vernachlässigen.

Zeigt es sich immer?

Leider zeigt es sich meist nicht. Das gilt besonders für Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Typen. Typischerweise verursacht es Veränderungen in der Zell-DNA.

Im Lauf der Jahre schreiten die vorhandenen Veränderungen fort, zunächst zu einer Zwischenstufe (in diesem Stadium können wir sie bei Kontrollen problemlos feststellen und behandeln) und später können sie zu Gebärmutterhalskrebs fortschreiten.

Die regelmäßige Durchführung der Kontrollen ist sehr wichtig

Wie zuvor erwähnt, zeigt sich HPV meist nicht. Die Typen, die Genitalwarzen verursachen, stehen ohnehin nicht mit Gebärmutterhalskrebs in Zusammenhang. Sie können nur manchmal im Hinblick auf Aussehen und Hygiene und, wenn eine Schwangerschaft besteht, bei der Geburt ein Problem darstellen.

Verursacht es Genitalwarzen, kann das Virus zufällig bemerkt werden. Der Virustyp, der Genitalwarzen verursacht, ist jedoch der gutartige Typ. Meist wird er bei Frauen, die ihre routinemäßigen Kontrollen wahrnehmen, im Abstrich und HPV-Test entdeckt. Wird er auf diese Weise entdeckt, kann er früh behandelt werden, ohne zu einem schlechten Ausgang zu führen.

Im Hinblick auf den Gebärmutterhalskrebs ist es sehr wichtig, diese Kontrollen, die Untersuchung und den Pap-Test regelmäßig durchzuführen. Denn dieses Virus zeigt keinerlei Befund, bis die Erkrankung weit fortgeschritten ist.

Es ist nicht so, dass das Virus, nachdem es in den Körper gelangt ist, mit Sicherheit zu Gebärmutterhalskrebs führt. Zunächst versucht das Immunsystem, das Virus zu besiegen, besiegt es meist und beseitigt es aus dem Körper. Seltener bleibt das Virus jedoch weiter im Körper und führt im Lauf der Jahre zu Gebärmutterhalskrebs.

Es gibt über 100 Typen!

Das HP-Virus hat mehr als 100 Typen. Die durch das Virus entstehende Infektion kann mit bloßem Auge nicht sichtbare Zellveränderungen und Zellteilungen verursachen. Die durch das Virus entstehenden unkontrollierten Zellteilungen führen zu Gebärmutterhalskrebs.

Der Pap-Test (Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs)

Die während der Untersuchung vom Gebärmutterhals abgelösten Zellen werden mit speziellen Bürstchen entnommen und in die Pathologie geschickt. Es ist ein schmerzloser und einfacher Vorgang. Er lässt sich während der frauenärztlichen Untersuchung problemlos durchführen. Es besteht überhaupt kein Grund, sich vor dieser Untersuchung zu fürchten. Fürchten sollte man sich davor, sie nicht durchführen zu lassen.

Für wen ist die HPV-Impfung geeignet? Wie wird behandelt?

Es wird empfohlen, die HPV-Impfung bei Personen durchzuführen, deren aktives Sexualleben noch nicht begonnen hat. Dass die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt, ist für den größtmöglichen Nutzen sehr wichtig. Stattgefundener sexueller Kontakt ist kein Grund, der die Impfung verhindert. Diese Impfung kann zwischen dem 11. und 28. Lebensjahr in drei Dosen gegeben werden.

Da es heute sehr verschiedene Typen gibt, kann die Impfung bei ausgewählten Patientinnen auch nach Aufnahme sexueller Aktivität oder bei positivem Nachweis bestimmter Typen im HPV-Test erfolgen.

Nach der ersten Impfung werden für die zweite 2 Monate und nach der zweiten Impfung für die dritte 4 Monate abgewartet. Bei durch HPV entstandenen Warzen werden heute Behandlungsverfahren wie Creme, Entfernung der Warzen, Veröden mit Laser oder mit einem biochemischen Mittel oder Verdampfen erfolgreich angewendet. Eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten ist die Trichloressigsäure. Sie wird Patientinnen als recht angenehme Behandlungsmöglichkeit empfohlen.

Versäumen Sie den Abstrich nicht

Menschen mit positivem HPV-Nachweis, und besonders Frauen, müssen beim Thema Krebs deutlich vorsichtiger sein. Es wird empfohlen, dass diese Personen den Abstrich zur Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs unbedingt regelmäßig durchführen lassen und ihre ärztlichen Kontrollen nicht versäumen.

Schließlich bedeutet der Nachweis von HPV nicht, dass für die betroffene Person alles vorbei ist, dass sie mit Sicherheit Krebs bekommen wird oder verflucht ist. Allein durch eine gute Nachsorge und das Tun des Nötigen lassen sich viele Probleme verhindern, die in Zukunft auftreten könnten.

Ich wünsche Ihnen gesunde Tage.

Doz. Dr. Taner Usta

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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